Orientbeule nach Mittelmeerurlaub


Infektion als Urlaubssouvenir
Orientbeule nach Mittelmeerurlaub

Um eine „Orientbeule“ aus dem Urlaub mitzubringen, muss man nicht in den Orient reisen. Auch an europäischen Stränden besteht Infektionsgefahr. Woher die Beule kommt und wie sie wieder verschwindet.

Was ist die Orientbeule?

Die Orientbeule (Leishmaniose, Leishmaniasis, Kala-Azar) ist eine Infektionskrankheit, die durch den Stich der Sandmücke übertragen wird. Beim Stich gelangen mit dem Speichel Parasiten, sogenannte Leishmanien, in die Haut. Die betroffene Hautstelle entzündet sich und bildet eine Beule, die der Erkrankung ihren Namen gab. Die Orientbeule tritt jedoch keineswegs nur im Orient auf – auch an den Stränden rund ums Mittelmeer sind die Parasiten anzutreffen, etwa in Spanien, Italien oder der Türkei.  

Wie erkennt man eine Orientbeule?

Symptome und Verlauf der Erkrankung variieren je nach Parasiten-Unterart. Im europäischen Raum ist vor allem die kutane Leishmaniose verbreitet. Dabei beschränkt sich die Infektion auf die Haut rund um den Stich. Es bildet sich ein kleines rotbraunes Knötchen (Papel), das sich schnell vergrößert. Die veränderte Hautstelle hat einen aufgeworfenen Rand und sieht entzündet aus. Insbesondere Wangen und Arme sind betroffen.

Deutlicher schwerer verlaufen Leishmaniosen, wenn die Infektion in Südamerika erfolgte. Die dort lebenden Parasiten-Arten breiten sich nach dem Stich über die Blutbahnen im Körper aus. Je nach Unterart zerstören sie entweder die Nasenscheidewand oder befallen das Organsystem, was unbehandelt zum Tod führen kann.

Wann zum Arzt?

Bei hartnäckigen Hautknoten nach Reisen in Risikogebiete sollten Urlauber immer eine Leishmaniose in Betracht ziehen. Dann ist ein Facharzt für Dermatologie, Infektiologie oder Tropenmedizin der erste Ansprechpartner. Mithilfe einer Gewebeprobe überprüft er, ob eine Leishmanien-Infektion vorliegt.

Wie verschwindet die Beule?

Leichte Formen der kutanen Leishmaniose heilen oft spontan aus, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Allerdings dauert es bis zu einem Jahr bis die Wunde vollständig abgeheilt ist. Häufig hinterlässt das Hautgeschwür eine pigmentierte Narbe. Hartnäckige Beulen können vereist oder chirurgisch entfernt werden. Alternativ kann der Facharzt ein Antimonpräparat lokal in die Haut injizieren. Antimon ist ein Schwermetall, das den Stoffwechsel der Leishmanien hemmt. Die Behandlung muss über zwei bis vier Wochen fortgeführt werden. Ist die Infektion nicht auf die Haut begrenzt, werden Antimon-Medikamente oder Infusionen angewandt.

Tipps zum Vorbeugen einer Orientbeule

Eine Leishmaniose-Impfung gibt es nicht. Bei Aufenthalten in Risikogebieten sollte man sich in erster Linie vor einem Stich der Sandmücke schützen.

  • Ein erhöhter Schlafplatz und imprägnierte Bettnetze bieten in der Nacht Schutz.
  • Tagsüber möglichst lange Kleidung tragen. Kleidung und freie Haut mit Anti-Mücken-Mitteln behandeln.
  • In Risikogebieten nicht barfuß am Strand laufen. Denn dadurch besteht die Gefahr, in eine Sandmücke zu treten.
  • Für Hunde gibt es spezielle Halsbänder, die vor Leishmanien schützen. Denn auch Haustiere, wie Hunde, dienen den Leishmanien als Wirt.

News

Finger weg von Lachgas!
Jugendlicher füllt Lachgas aus einer Kartusche in einen Luftballon

Nervenschäden möglich

In kleine bunte Ballons verpackt kommt Lachgas erst einmal recht harmlos daher. Außerdem ist es günstig, leicht zu beschaffen und legal – alles Eigenschaften, die es als Partydroge bei Jugendlichen sehr beliebt macht. Doch wie bei jeder Droge drohen auch bei Lachgas ernste gesundheitliche Folgen.   mehr

Beim Entwässern auf Natrium achten
Beim Entwässern auf Natrium achten

Vorsicht mit Diuretika

Entwässerungsmittel werden bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Eine Wirkstoffgruppe, die Thiazide, führt häufig zu einem Natriummangel im Blut. Und das vor allem zu Beginn der Therapie.   mehr

Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht
Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht

Ob Fehlgeburt oder Abtreibung

Abtreibung führt zu Brustkrebs! Diese Parole wird seit Jahren immer wieder ins Feld geführt, um schwangere Frauen von einem Abbruch abzuhalten. Dass das nicht stimmt, wird durch eine finnische Studie erneut untermauert.   mehr

Rezepte gegen Kater
Rezepte gegen Kater

Zu tief ins Glas geschaut?

Ob Familienfeier, Biergartenausflug oder Party: Wer beim Alkohol über die Stränge schlägt, bezahlt das am nächsten Tag meist mit einem Kater. Was hilft dagegen?   mehr

Blutdruckmessen will gelernt sein

Mann sitzt an einem Tisch und misst sich mit einem Blutdruckmessgerät selbst den Blutdruck.

Achtung Armhaltung!

Für eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerät wichtig. Auch die Armhaltung muss stimmen – sonst kommen dabei leicht falsche Werte heraus.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Marien-Apotheke
Inhaber Stephan Menzel
Telefon 0203/50 06 50
Fax 0203/5 00 65 10
E-Mail marien@menzelapotheken.de